5.6.2 Eiklar-Schönung


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Eiweiß- (=Eiklar-) Schönung

Beschreibung Frisches, vom Dotter getrenntes Hühnereiklar oder getrocknetes Hühnereiweiß (ovalbumin siccum)
Wirkprinzip Wirkstoff ist (Ov-)Albumin, 1 Eiklar = ca. 4 g Albumin

Bildet als tierisches Eiweiß - wie auch Hausenblase, Speisegelatine, oder Kasein - bei Wein-pH (sauer) eine positiv geladene kolloidale Lösung.
Wein-Kolloide sind negativ geladen; die Schönungswirkung beruht auf der Entladung unterschiedlich geladener Teilchen, die bei gegenseitiger Entladung ausflocken.

Handelsformen frische Hühnereier, (Ov-)Albumin
Wirkung im Most/Wein Was beim Weißwein die Hausenblase, ist beim Rotwein das frische Eiklar (schon von den Römern angewendet).

Ergibt mit dem Gerbstoff des Weins sowie mit braunen Farbstoffen einen feinkörnigen, klärenden Niederschlag.
Wirkt etwas entfärbend.
Macht zu herbe Weine milder, greift den Wein geschmacklich aber nicht an.

Bester Erfolg bei guten, herben Rotweinen. Auch bei etwas strengen, rappigen Weißweinen (Nachdruck).
Auch für hochwertige Auslesen, die auf der Maische zuviel Gerbstoffe aufnahmen.

zugelassene Höchstmenge keine Beschränkung
Bedarfsermittlung Schönung ohne Vorversuch möglich (1 - 2 - 3 Eier/hl)
Durchführung der Behandlung Vorbereitung
  • Eiklar der abgezählten Eier vom Dotter trennen, von Schalenresten befreien
  • mit Quirl zu Schaum schlagen
  • mit Wein vermischen (aufschlagen)
  • ins Fass geben, mischen

Abstich nach 4 Tagen, spätestens nach 3 - 6 Wochen

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