5.5 Zentrifugieren und Filtrieren


1. Zentrifugen
  • Vorklären von Keltermost
  • Klären von hefehaltigem Jungwein
  • Abtrennen von Schönungstrub

Wirkt aufgrund der unterschiedlichen Dichte von Wein und der darin enthaltenen Trübungspartikel.

  Separator HSB 200
der Fa. GEA Westfalia Separator GmbH

2. Filter

2 Wirkungsweisen

a) Siebwirkung: Poren-Ø < Trubstoff-Ø (Tuch, Kieselgur, Cellulose, Membran)

Bei der Kieselgur-Anschwemmfiltration beispielsweise bewirkt der Filterkuchenaufbau eine zunehmende Porenverengung.

typisch: Filtrat läuft anfangs trüb, dann bis zum Schluß blank.
Druck nimmt über Filtrationszeit zu

b) Adsorption: bei bestimmten Filterhilfsmitteln (Asbest, weniger Kieselgur oder Cellulose)

typisch: Filtrat läuft von Anfang an blank, bei Filtererschöpfung trüb (Filter "schlägt durch")

Asbest wird, trotz seiner hervorragenden Wirkung als Filterhilfsmittel, aus gesundheitlichen Gründen auch in der Getränke-Industrie nicht mehr verwendet:
Gelangen die nadelförmigen, mikroskopischen kleinen Asbestteilchen als Staub über die Atemluft in die Lunge, können sie die Lungenbläschen durchstoßen und dadurch Lungen- bzw. Zwerchfellkrebs verursachen.
Gefährdet sind weniger die Getränke-Konsumenten (die Asbestnadeln werden durch den tiefen pH des Magensaftes weich und biegsam und verlassen den Körper auf natürlichem Weg) als die Arbeiter in den Asbestminen und das Personal im Getränkebetrieb, wo z.B. durch Abrieb von Filterschichten eine akute Gefährdung vorliegt.


Zentrifugen und Filter wirken nicht bei kolloidalen Trübungen, wie z.B. Glucanen (Polysaccharide) aus faulem Lesegut. Diese Substanzen können nur durch Enzyme abgebaut werden.
Ebenso wenig kann die Wartezeit nach Blau-, Gelatine- oder Hausenblaseschönung durch Zentrifugieren oder Filtrieren verkürzt werden: Die temporär auftretenden kolloidalen Trübungen sedimentieren meist erst nach 8 - 14 Tagen.