4.7 Roseewein und Rotling


Roseewein

Neben der Bezeichnung "Roseewein" gibt es - ganz einfach - den "Rosé", dann den "Roséwein", warum eigentlich nicht auch den "Rosee"? Alle diese Namen bezeichnen das Gleiche, nämlich einen Wein von blassroter, lachsähnlicher Farbe.

Auch in Frankreich kennt man den „Clairet“, „Vin rosé“ oder „Vin gris“; in Italien den „Rosata“; in der deutschsprachigen Schweiz heißt es „Süßabdruck“ oder auch nur „Süßdruck“, in der Gegend um das französisch sprechende Neuchatel „Oeil de perdrix“ (Rebhuhnauge), in Österreich kennt man den Ausdruck „Gleichgepresster“)

Ein Roseewein entsteht, wenn rote Trauben weiß verarbeitet werden, d.h. der Most und nicht die Maische vergoren wird.
(Bei den roten Traubensorten - Ausnahme Färbertraube - ist nämlich das Fruchtfleisch, aus dem der Most gewonnen wird, von einer ähnlichen grün-gelben Farbe wie bei den weißen Sorten. Die rote Farbe wird während der Gärung von dem entstehenden Alkohol aus den Beerenhäuten gelöst.)

Diese Art der Vinifizierung erfährt oft auch Modifikationen, exemplarisch seinen genannt:

Innerhalb der EU gab es längere Zeit starke Bestrebungen, die Farbtiefe - in jeder gewünschten Schatttierung - einfach durch Verschnitt von Rot- und Weißweinen herzustellen. Die EU-Kommission verbot dieses Verfahren im Juni 2009. Ein solcher Verschnitt ist nur für die Herstellung von Roséschaumwein und Roséschampagner zulässig

Weißherbst ist ein Roseewein, der folgende Voraussetzungen erfüllen muss:


Rotling

Kein Rosé, obwohl diesem sehr ähnlich. Entsteht durch Vermischen von roten und weißen Trauben vor dem Keltern, oder Mischen der Maischen; auch Anbau im gemischten Satz ist möglich.

„Schillerwein“ = Rotling aus dem Anbaugebiet Württemberg in QbA-Qualität

„Schieler“ = Rotling aus Sachsen (gemischter Satz)

„Badisch Rotgold“, auch „Badischer Rotling“ = QbA aus Baden, min. 51 % Grauburgunder und max. 49 % Spätburgunder. Verschnitt der Trauben oder Maischen.