3.8 Mostgewicht


3.8.1 Definition Mostgewicht


a) °Oe = (Dichte – 1) x 1.000

z.B. r = 1,070 ® 70 °Oe

r = 1,110 ® 110 °Oe

 

b) Zucker Z (g/l) aus Mostgewicht M (°Oe)

Z = M x 2,5 – 30 (in schlechten Jahren)

Z = M x 2,5 – 25 (in guten Jahren)

z.B. 70 °Oe: Z = 70 x 2,5 – 30 = 145 g/l,

110 °Oe: Z = 110 x 2,5 – 25 = 250 g/l

 

"selbständige" Moste (bzw. Maischen): Weißwein > 70-75 °Oe, Rotwein > 80 °Oe

"unselbständige" Moste: Anreicherung ist notwendig. In schlechten Jahren 50 – 80 % aller Weißmoste. Dann meist auch Entsäuerung erforderlich (30 - 80 % aller Moste)

 

In Österreich wird der Zuckergehalt des Mostes in Gewichtsprozent (°KMW = Klosterneuburger Mostwaage) angegeben.

Umrechnung von °Oechsle auf °KMW:
°Oe = °KMW [(0,022 x °KMW) x 454], vereinfacht: °Oe : 5 = °KMW oder °KMW x 5 = °Oe

 


3.8.3

a) Gramm pro Liter oder Volumenprozente?

b) Bestimmung der Gesamtsäure


a) Umrechnung des Alkoholgehalts von [g/l] in [%vol]

Dichte von Äthanol (100 %) bei 20 °C = 0,79074 [kg/l = g/ml]

Beispiel: Wein mit 80 g/l Alkohol (aus einem Most mit 80 °Oe)

überschlägig: EtOH (%vol) = EtOH (g/l) / 8

 

b) Bestimmung der Gesamtsäure (als Weinsäure berechnet)

Prinzip
Die Summe der titrierbaren Säuren wird durch potentiometrische Titration mit der Glaselektrode bestimmt, üblicherweise bis pH 7,0.
Üblich ist die Vorlage von 25 ml Most resp. Wein; zur Titration wird eine 0,1 oder 0,3 n NaOH verwendet.

Berechnung
Werden bei der Titration von 25 ml Most oder Wein x ml einer 0,1 n NaOH verbraucht, so enthält 1 l der untersuchten Flüssigkeit

a) x · 4 mval Säure (= ml Normalsäure)
b) x · 0,3 g titrierbare Säure (als Weinsäure berechnet)

Erläuterung der Berechnung
Molmassen:
Weinsäure COOH · CHOH · CHOH · COOH = 150; Natronlauge NaOH = 40.
1000 ml einer 1,0 n NaOH enthalten 40 g NaOH, die 150/2 g WS neutralisieren.
(1 ml einer 0,1 n NaOH: 0,0075 g WS)

Bei Vorlage von 25 ml Most oder Wein:
1 ml einer 0,1 n NaOH neutralisieren 0,0075 x 1000 / 25 = 0,3 g/l WS
Bei der Titration gilt also: Verbrauch x 0,3 = Gehalt an titrierbarer Säure, als Weinsäure in g/l

Angabe der Ergebnisse in g/l mit einer Dezimale.
In der kellerwirtschaftlichen Praxis ist auch die Bezeichnung "‰ Säure" üblich.