2.1 Rebsorten

2.1.1 Rebsorten in Deutschland (Stand 1997)


Weiße Sorten

Fläche
ha

Anteil
%

  • Weißer Riesling
  • 22.774

    21,8

  • Müller-Thurgau (Riesling x Silvaner)
  • 22.069

    21,2

  • Kerner (Trollinger x Riesling)
  • 7.263

    7,0

  • Silvaner
    "Österreichischer", "Fränkischer"
  • 7.188

    6,9

  • Scheurebe (Silvaner x Riesling)
    "S 88"
  • 3.418

    3,3

  • Bacchus [(Silvaner x Riesling) x Müller-Th.]
  • 3.396

    3,3

  • Ruländer
    Grauburgunder, F: "Pinot gris", I: "Pinot grigio",
    Elsaß und CH: "Tokayer"
  • 2.538

    2,4

  • Weißburgunder F: "Pinot blanc"
  • 2.029

    1,9

  • Faberrebe (Weißburgunder x Müller-Th.)
  • 1.741

    1,7

  • Huxelrebe (Gutedel x Courtiller musque)
  • 1.377

    1,3

  • Morio-Muskat (Silvaner x Weißburgunder)
  • 1.342

    1,3

  • Weißer Gutedel, "Moster"
    CH: "Chasselas", "Fendant",
  • 1.239

    1,2

  • Ortega (Müller-Th. x Siegerrebe)
  • 1.119

    1,1

  • Weißer Elbling
  • 1.072

    1,0

  • Traminer Gewürztraminer, Clevner
  • 815

    0,8

  • sonstige weiße Sorten
  • 2.048

    2,0

    Weiße Sorten gesamt

    82.186

    78,8

    Rote Sorten

    Fläche
    ha

    Anteil
    %

  • Blauer Spätburgunder
    F: Pinot noir fin
  • 7.745

    7,4

  • Blauer Portugieser
  • 4.660

    4,5

  • Blauer Trollinger
    Groß-, Edel-Vernatsch
  • 2.599

    2,5

  • Müllerrebe
    Schwarzriesling, F: Pinot meunier
  • 2.547

    2,4

  • Blauer Lemberger
    (auch Limberger, Limburger), A: Blaufränkisch
  • 2.187

    2,1

  • sonstige rote Sorten
  • 1.086

    1,0

    Rote Sorten gesamt

    22.057

    21,2

    Weiße + Rote Sorten gesamt

    104.243

    100,0

     

     

    Riesling
    Wieder zunehmender Anbau (1985: 19,3% Flächenateil, 1960: 23%).
    Edelste Keltertraube, spät reifend. Fordert gute Lagen. Weine mit feinem Bukett. Fordert Südhänge, Qualitäten bis hin zu TBA. Kleine geschlossene Trauben, dünnschalige, saftreiche Beeren , rassige, hochwertige, sehr blumige Weine mit würzigem, muskatähnlichem Geschmack.

    Müller-Thurgau (Kreuzung aus Riesling x Silvaner)
    1882 von dem Schweizer Dr. Müller aus Thurgau (CH) in Geisenheim gezüchtete Sorte.
    Früh reifend, sehr ertragreich. Gibt milde Weine mit feinem Muskatgeschmack. In weniger günstigen Lagen besser als Riesling u. Silvaner. Bringt auch hervorragende Auslesen, ist aber anfällig gegen Traubenfäule und muß daher rechtzeitig gelesen werden.

    Kerner (Trollinger x Riesling)
    aus Weinsberg. hohes Mostgew., jedoch extraktarm. frische, rieslingähnliche Weine mit leichtem Muskatbukett. Die Weine liegen in der Art zwischen M.-Th. und Riesling.
    Pfalz, Wttbg.- und Franken.

    Silvaner
    auch "Österreichischer" oder "Fränkischer" genannt. spät reifend, recht ertragreich. Eine der Hauptrebsorten Frankens, der Pfalz und von Rheinhessen. Traube ist grün, mittelgroß, gedrungen, sehr saftreich. Wein angenehm, mundig, mild. Sehr guter Essenbegleiter. In guten Jahren und sonnigen Lagen werden Weine mit hohem Alkoholgehalt und hervorragender Qualität gewonnen.

    Scheurebe (=S 88 (Silvaner x Reisling)
    Alzey. Trägt gut, fruchtige Weine, intensives Bukett, angenehme Säure. In guten Jahren Spitzenweine!

     

    Bacchus (Silvaner x Riesling) x M.-Th. = Scheurebe x M.Th.
    ähnlich M.Th., mehr Duft und Säure, höhere Mostgewichte.

     

    Ruländer
    qual. hochstehende Sorte (Riesling, Traminer). Im Elsaß und CH fälschlich als "Tokayer" bezeichnet. Gedeiht gut auf heißen Böden: Kaiserstuhl, Elsaß, Burgund, Ungarn. Rassige, sehr volle Weine von arteigenem, zarten Bukett.
    Heimat ist Burgund. Über die Schweiz von Johann Peter Ruland (Speyrer Kfm.) nach D gebracht.
    "Grauburgunder" = trocken, "Ruländer" = restsüß gem. freiwilliger Übereinkunft der Weinwirtschaft.

    Weißburgunder (= Pinot blanc)
    hochwertige Sorte, wieder im Kommen, längere Zeit < 1%, v.a. in Champagne, auch in D (Bd.-Wttbg.) hochwertige Weine mit feinem Bukett. Ergibt auch die lieblich-milden, aber alkoholreichen Chablis-Weine.
    Spielarten sind Pinot-Chardonnay (Chablis) und Auxerrois

     

    Faberrebe (Weißburgunder x M.-Th.)
    mehr Säure und höhere Mostgew. als M.-Th. Bei hoher Reife an Rosenöl erinnerndes Aroma.

     

    Huxelrebe (Gutedel x Courtiller musque)
    bukettbetonte, säurereiche Weine

     

    Morio-Muskat (Silvaner x Weißburgunder)
    mittelfrüh, liefert sehr bukettreiche, aber nicht immer selbständige Wein. Anbau v.a. in der Rheinpfalz, Rheinhessen.

     

    (Weißer) Gutedel
    = Chasselas (F, West-CH) = Fendant (Wallis) = Moster (Markgräflerland)
    gute Erträge. liebliche Tischweine mit zartem Bukett und geringer Säure.
    Weine oft wenig gehaltvoll, aber wieder Renaissance.

    Ortega (M.-Th. x Siegerrebe)
    sehr frühreif, hohe Mostgew., geringe weinbauliche Ansprüche. Benötigt zur Entwicklung der Art einen hohen natürl. Alkohlgehalt.

     

    Weißer Elbling
    "mindere" Sorte, hohe Erträge, niedrige Mostgewichte, betonte Säure. Oft versektet, aber wieder als Wein im Kommen.
    Mosel, Luxemburg, Schweiz.

     

    (roter) Traminer (=Gewürztraminer, Clevner)
    Trauben rot, aber Weißwein. Beste Weine!
    wg. Rebsortenvereinheitlichung entfällt "Traminer". Spätreifend, sehr zuckerreiche Trauben, volle, akoholreiche Weine mit starkem, langanhaltendem Bukett (Rosenduft). Wg. oft zu starkem Bukett Verschnitt mit gleichwertigen Weinen wie Weißburgunder, Riesling.
    Elsaß, Baden, Pfalz, Österreich. Edle Traubensorte.

    Rieslaner (Silvaner x Riesling), Veitshöchheimer Züchtung
    spät reif, gehaltvolle, fruchtige Weine.
    Franken

     
       

    Rote Rebsorten

     

    Blauer Spätburgunder (Pinot noir fin)
    Die Sorte großer Burgunderweine, mittelfrüh reifend, kleine dichtbeerige Trauben, dunkelblau. Kräftige Weine mit feinem Bukett, dunkle, rubinrote Farbe.
    In D an Ahr, Rheingau (Aßmannshausen), Wttbg. und v.a. in Baden (Kaiserstuhl, Ortenau, Bühler Gegend).
    Auch die Weine der Ostschweiz stammen ausschließlich aus dieser Sorte.

    Blauer Portugieser
    früh reif, beste Erträge auch bei geringen Böden. Säurearme weine mit wenig Farbe und geringem Bukett.
    Pfalz, Rheinhessen, Wttbg.

    Blauer Trollinger (Großvernatsch, Edelvernatsch, Vernaccio)
    Meraner Kurtraube, "Tirolinger". Kalter See, in D fast ausschließlich in Wttbg. schwäbischer Hauswein. spät reifende Traube, milde Weine, farbschwach, oft nur hellrot.

    Müllerrebe (Schwarzriesling, Pinot meunier)
    Weine ähneln dem Blauen Burgunder, sind aber von geringerer Güte.
    Wttbg., Nordbayern, Champagne.

     

    Blauer Limberger (Blaufränkisch)
    dunkelrote Weine, kräftige Rotweinart.
    Wttbg., Nordbaden, Österreich, Südosteuropa (Balkan)

     

     

     


     

    2.1.2 Rebsorten im Ausland


     

    Weiße Sorten Haupt-Anbaugebiet Bemerkungen
    Semillon blanc Bordeaux (u.a. Chateau d'Yquem) im gemischten Satz mit Sauvignon blanc 2:1 oder mit Muscatel -> Sauternes-Weine
    Sauvignon blanc Bordeaux (u.a. Chateau d'Yquem) z.T. edelfaul ( = "pourriture noble")
    Muscatel (Muskateller) alle Länder Europas, v.a. Süden starker, würziger Muskatton (oft verschnitten)
    Gelber Mosler (Formint) Ungarn, Österreich (Burgenland) -> Tokayer, Ruster u. Ödenburger Ausbruchweine
    Malvasier Madeira, Toscana, Piemont -> Chianti, Asti spumante
    Rote Sorten Haupt-Anbaugebiet Bemerkungen
    Cabernet-Sauvignon Bordeaux, Medoc oft im gemischten Satz mit Cabernet franc
    Cabernet franc (u.a. Chateau Lafitte, Chateau Latour, ...)  
    Merlot    
    Gamay Beaujolais, Maconnais, Schweiz  
    Blauer Aramon Midi, Algier  
    Rossara Tirol leicht, oft Verschnittwein
    Zinfandel Kalifornien