Lust auf einen selbst gemachten Wein? Probieren Sie doch einmal eines der nachfolgenden Rezepte aus!

Wir haben am 17. Mai 2001 einen Erdbeerwein angefangen. Dazu nimmt man für 10 l Endprodukt:

  • 6 kg Erdbeeren (waschen, entstielen, im Mixer zerkleinern)
  • 2,5 kg Zucker in 3,5 l Wasser lösen
  • 30 g Milchsäure (80 %) zusetzen. Alternativ: Zitronensäure
  • 4 g Hefenährsalz
  • 1 g Kaliumpyrosulfit (muss nicht unbedingt sein, wenn der Wein nicht alt wird ...)
  • Reinhefe (bei Schwefelung evtl. vorher vermehren)
  • 10 ml Antigel (muss auch nicht sein, wenn später nicht filtriert wird und man nicht so auf die Ausbeute schielt)

entstielen

"Wareneingangskontrolle" und Entstielen

Unser "Stromspar-Mixer" (oder besser Maischer) bei der Arbeit.
Dahinter: Der Zucker-Kontrolleur nimmt eine Probe.

maischen

Zuckerbestimmung Zuckerkontrolle!

Das Gärgefäß wird peinlichst genau gereinigt.

reinigen
füllen Ein echter Zweimann-Job, das Einfüllen der Maische.

So, und jetzt muss die Hefe ran!

Das Ergebnis der Geschichte gibt es dann Ende Juni zu sehen bzw. zu schmecken.

gären
Steigraum Hier war der "Steigraum" (freies Behältervolumen für den Schaum während der Gärung) zu knapp bemessen.

"Explosionen" dieser Art lassen sich grundsätzlich vermeiden, wenn man bei erkennbarer Angärung den Behälter auf eine Temperatur von maximal 15 °C bringt - d.h. großer Kühlschrank oder Wasserberieselung (beides energieaufwendig).
Eine solchermaßen "gezügelte" Gärung ergibt als Zusatznutzen auch ein besseres Aroma.
Also: Nicht zu hoch befüllen, und eine Wanne drunter vereinfacht das Putzen, wenn keine Kühlmöglichkeit besteht.

 


Weitere Rezepturen (jeweils für 10 l Wein):

Banane - so geht´s!

alles Banane!

  • 3 kg Bananen schälen, im Mixer zerkleinern (ergibt ca. 2 kg Brei)
  • 2,5 kg Zucker in 7,5 l Wasser lösen
  • 40 g Milchsäure (80 %), alternativ auch Zitronensäure
  • 4 g Hefenährsalz (z.B. Diammoniumhydrogenphosphat)
  • Reinhefe

Vorsicht: Das Gärgefäß sollte wegen starker Schaumbildung bei Gärbeginn höchstens zur Hälfte gefüllt werden! Der Glasballon auf dem nebenstehenden Bild war zu klein, was zu einer aufwendigen Reinigungsaktion führte ...

Der Bananenwein ist bei 15 - 20 °C nach einer Woche durchgegoren und sollte dann von der abgesetzten Pulpe getrennt werden.
Allerdings wird er als "Federweißer", d.h. während der Gärung noch mit der Pulpe oftmals bevorzugt getrunken. Dann aber nochmals Vorsicht - der doch schon beträchtliche Alkoholgehalt versteckt sich hervorragend hinter dem Restzucker!

Honigwein (Met)
  • 3,5 kg Honig auf 50 °C (max!) erwärmen
  • 7 l Wasser auf 50 °C (max!) erwärmen
  • Honig in Wasser einrühren, auf Raumtemperatur kühlen bzw. erkalten lassen
  • 30 g Milchsäure (80 %) zusetzen
  • 10 g Weizenmehl (in kaltem Wasser gelöst) zusetzen
  • 4 g Hefenährsalz
  • Reinhefe

Der Honigwein vergärt recht langsam, 4 - 6 Monate muss man schon Geduld haben.

Orangenwein

Gäransatz

  • aus 6 - 7 kg Orangen ca. 5 l Saft herstellen
  • 2,5 kg Zucker in 3,5 l Wasser lösen, mit Saft mischen
  • 4 g Hefenährsalz
  • Reinhefe

Die Orangen sollten grundsätzlich geschält werden, um eine unangenehme Bittere des Weins zu vermeiden.

 

Reinhefe:

Im Handel sind Hefen in flüssigem Medium ("Flüssighefen") als auch zunehmend in granulierter Form (Lyophilisat, = gefriergetrocknet) zu finden.
Die Flüssighefen haben den Vorteil, direkt ohne weitere Vorbehandlung zum Gäransatz zugesetzt werden zu können. Empfehlenswert ist trotzdem ein "Heranziehen" der Hefen in einem sterilem Medium, z.B. käuflich erworbenem Apfelsaft, um die für eine rasche Angärung erforderliche Zellzahl zu erreichen. Durch das Heranziehen kann auch eine manchmal beobachte Schwächung der Hefe durch zu lange Lagerung kompensiert werden.
Als Anhaltspunkt für die notwendige Hefemenge kann gelten, dass das Weingesetz einen Zusatz von maximal 5 % flüssiger Hefe, d.h. 5 l Hefe pro hl Most oder umzugärenden Wein, zulässt.

Gefriergetrockete Hefen haben den Vorteil, in ungeöffneter Verpackung sehr lange haltbar zu sein. Eine rasche Angärung wird gewährleistet, wenn man das Granulat ca. eine halbe Stunde in handwarmem Wasser vorquellen lässt (rehydratisiert) und dann erst dem Gäransatz zusetzt.
Auch hier ist ein Heranziehen in einer kleineren Mostmenge empfehlenswert: die Hefe kann sich so sich besser an das Gärsubstrat adaptieren, womit man mit einer geringeren Ausgangsmenge als die meist empfohlenen 20 g pro hl auskommt.

 

 

Wem diese Rezepte noch zu wenig sind oder zu wenig ausführlich, der kann im Internet weiter fündig werden.
Für diese Links wird ausdrücklichst keinerlei Haftung übernommen!

 

Wer Literatur in gebundener Form bevorzugt, dem seien die beiden Bücher
"Fruchtweine" (Schanderl/Koch/Kolb), aus dem Verlag
Eugen Ulmer, Stuttgart,
oder, etwas aktueller,
"Weine und Säfte, Liköre und Sekt selbsgemacht" (
Paul Arauner)
aus dem
Falken-Verlag ausdrücklich empfohlen.